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Perfektionismus ist der Feind der Kommunikation

Hey,

erinnert ihr euch noch daran, dass ich in meinem letzten Post schrieb, dass „Perfektionismus ist der Feind der Kommunikation“ (Perfectionism is the enemy of communication) ist?

Tja, naja… Mit der Aussage hab ich derzeit so meine liebe Not. 😅 Versteht mich nicht falsch, ich bin nach wie vor der Meinung, dass an diesem Satz unglücklicherweise wirklich was Wahres dran ist.

Und genau das ist das Problem…

 

Zu viel nachdenken

So sehr ich es auch liebe zu schreiben, so schwer ist es auch für mich die richtigen Worte zu finden, mit denen ich meinen Gedanken Ausdruck verleihen möchte. Es ist ein bisschen als ob alles, worüber ich schreiben möchte, sich in einander verheddert und ich erst einmal die einzelnen Gedankenfäden entwirren müsste, bevor ich einen sinnvollen Satz konstruieren kann.

Dann kommt noch erschwerend hinzu, dass ich mir einen Absatz, den ich fertig formuliert habe, immer nochmal durchlese. Das könnte ein Fehler sein.

Denn immer wenn ich das so mache gelange ich irgendwann zu dem Schluss: „Hm, tja, also es ist okay. Aber da gibt es sicher noch andere Formulierungen, die meine Gedanken viel besser zum Ausdruck bringen würden.“

Und es geht los… 🙄

Das führt uns direkt zum Perfektionismus

Das ist es. Immer und immer wieder: Schreiben. Hinterfragen. Bearbeiten. Hinterfragen. Bearbeiten. Hinterfragen. Bearbeiten. Etwas ergänzen. Hinterfragen. Bearbeiten. Hinterfragen. Schreibblockade. Hinterfragen. Bearbeiten. Hinterfragen. Etwas ergänzen. Hinterfragen. Bearbeiten. Hinterfragen. Und mit ganz viel Glück komme ich dann irgendwann doch mal an den Punkt, an dem ich der Meinung bin, dass der Beitrag fertig ist. Das perfekte Beispiel für unsinnigen Perfektionismus.

Und ja: Es ist exakt so kräftezehrend, zeitraubend und frustrierend wie es klingt.

Der Feind

Ich möchte einfach nur über Dinge schreiben, die mir durch den Kopf gehen; alles, was ich in irgendeiner Weise für erwähnenswert halte. Regelmäßig. Aber trotzdem einfach nur so zum Spaß. (Obwohl es natürlich unglaublich toll wäre, wenn ich wüsste, dass dort draußen gerade irgendwer irgendwo mit einer Tasse vor dem Laptop sitzt, meine Beiträge liest und sie für hilfreich und unterhaltsam hält. Es wäre schön jemanden mit dem, was ich tue, den Tag zu verschönern und ihm oder ihr ein Lächeln auf’s Gesicht zu zaubern ❤️)

Es ist einfach absolut demotivierend, wenn Stunde um Stunde vergeht und so absolut überhaupt kein Erfolgserlebnis aufkommt.

Natürlich bin ich schon glücklich, wenn ich letzten Endes auf „Veröffentlichen“ drücken kann, aber wenn man so viel Zeit auf’s Schreiben verwendet, dann ist am Ende nicht mehr viel Energie über für „YAY-ICH-HABE-ES-GESCHAFFT“-Gefühle; nur schlichte Erleichterung bleibt übrig.

(Einfach nur mal so zum Spaß die statistische Untermalung: Bislang habe ich den Artikel bereits 13 Mal überarbeitet und sieben Stunden daran geschrieben. 95% der ursprünglichen Fassung existieren nicht mehr. Okay, ich gebe es zu: Vielleicht bin ich auch ein ziemlicher Hardcore-Perfectionist 😅)

Perfektionistisch zu sein, bedeutet hohe Ansprüche zu haben. Es bedeutet, stets das beste Ergebnis erzielen zu wollen und dafür auch hart zu arbeiten. Und das ist auch nichts Schlechtes, nicht wahr? Eigentlich ist es sogar eine bewundernswerte und ehrenhafte Charaktereigenschaft. Doch der Grad zwischen den positiven und negativen Aspekten von Perfektionismus ist unglaublich schmal. Man muss also vorsichtig damit sein. Sehr vorsichtig.

 

Nicht vom Perfektionismus unterkriegen lassen

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Perfektionismus einen ziemlich negativen Einfluss auf das eigene Leben haben kann. Und das ist der Fall, sobald er einen davon abhält, die eigenen Ziele zu erreichen (sei es alle ein bis zwei Wochen einen neuen Beitrag zu veröffentlichen oder die Deadline für ein Arbeitsprojekt einzuhalten). Oder wenn man beginnt, sich dadurch schlecht und eingeschränkt zu fühlen.

Perfektionisten tendieren dazu, nicht so wirklich damit klar zu kommen, Fehler zu machen. Sie halten sie für etwas wirklich Schlechtes und können die positiven Aspekte daran (z.B. die Möglichkeit daraus zu lernen und beim nächsten Mal ein noch besseres Ergebnis zu erzielen) nicht oder nur schlecht wahrnehmen. Wenn sie etwas falsch gemacht haben oder es nicht geschafft haben, die eigenen Erwartungen bzw. die Erwartungen anderer zu erfüllen, erscheint es ihnen als ob sie auf ganzer Linie versagt hätten. Bedauerlicherweise kann Perfektionismus dazu führen, dass sich Betroffene unter Druck gesetzt, verunsichert, ängstlich, verärgert, entmutigt, traurig oder sogar niedergeschlagenen fühlen. Perfektionismus haben oft auch mit einem geringen Selbstwertgefühl zu kämpfen. (Ich bin mit diesen Gefühlen und Emotionen auch sehr gut vertraut.)

Perfektionismus zu überwinden kann wirklich hart sein. (Ich weiß, wovon ich spreche.) Wenn du dich bei dem Thema angesprochen fühlst, gibt es aber eine Menge verschiedener Ansätze und Strategien, die du ausprobieren kannst.

 

Perfektionismus überwinden

Ich versuche meinem Alltag ein wenig Struktur zu geben. Ich setze mir deshalb beispielsweise für jede Aufgabe, die ich erledigen möchte, ein bestimmtes Zeitfenster. Wenn es mir nicht gelingt, meinen Vorsatz in der Zeit umzusetzen, dann ist es eben so. Mehr Zeit hatte ich schließlich nicht zur Verfügung und ich habe definitiv mein Bestes gegeben. (Es klappt (noch) nicht immer so, wie ich mir das vorstelle, aber es ist trotzdem sehr hilfreich für mich.) Außerdem versuche ich mir realistische Ziele zu setzen, welche ich möglichst einfach erreichen kann. Zum Beispiel räume ich täglich für mindestens zehn Minuten die Wohnung auf. Ich stelle mir einen Wecker, damit ich weiß, wann ich meine Aufgabe beenden kann bzw. muss. Aber natürlich ist das deutlich schwieriger, wenn man das, woran man arbeitet, wirklich gern tut; Beiträge zu schreiben, zum Beispiel. (Ich muss wirklich herausfinden, was für ein Zeitaufwand pro Artikel angemessen wäre 😶 Wenn du selbst bloggst, lass mich bitte wissen, wieviel Zeit du so pro Post einplanst. Ein Rat wäre toll! Schon im Voraus vielen Dank ☺️)

Außerdem habe ich für mich ein paar Wege gefunden, die mir helfen, ein bisschen abzuschalten und für mehr Ausgeglichenheit sorgen: Ich trinke eine Tasse Tee (Tee löst alle Probleme!), verkrümle mich mit einem guten Buch auf die Couch 📚, gehe spazieren 🌳, atme tief ein, meditiere ein bisschen, versuche den Moment bewusst wahrzunehmen, rede mit meinen Liebsten ☎️ (dabei ist es egal, ob sie gerade persönlich da sind oder ob wir uns nur am Telefon unterhalten), kuschle mit meiner Katze, gönne mir Schokolade🍫 , höre mir Musik 🎶 an oder tanze (auf eine wirklich schreckliche Weise) ein bisschen vor mich hin (letzteres ist definitiv eine realistische Einschätzung und basiert nicht auf schlechtem Selbstwertgefühl). Oder ich mache einfach alles ☺️

Weitere Strategien und interessante Fakten findet ihr in diesen Artikeln:
Tipps für den Umgang mit Perfektionismus“ (veröffentlicht von Psychotherapeut Dr. Rolf Merkle auf Psychotipps.com) und „How to Overcome Perfectionism“ (veröffentlicht von Anxiety BC (The Anxiety Disorders Association of British Columbia)). Vielleicht findet ihr sie ja genau so hilfreich wie ich 🙂

 

Perfektionismus und Sprache

Aber mal zurück zum Zitat, was ich zu Anfang erwähnte 😄

Wenn man Perfektionist ist und eine neue Sprache lernt, wird es höchstwahrscheinlich passieren, dass man sich unrealistische Ziele setzt. Wie zum Beispiel: „Ich möchte innerhalb von sechs Monaten so gut wie ein Muttersprachler Englisch sprechen.“ Wie sollte einem das gelingen? Insbesondere bei einem Fulltime-Job und Familie? Wenn man sich ein solches unrealistisches Ziel setzt, setzt man sich unter Druck, und weil man nur wenige Erfolgserlebnisse hat wird man sich irgendwann entmutigt fühlen und enttäuscht.

Einige Menschen, darunter auch ich selbst, haben so große Angst davor Fehler zu machen, dass sie Situationen zu meiden versuchen, die ein erhöhtes Risiko versprechen, an ihnen zu scheitern. In Bezug auf das Erlenen einer Sprache betrifft es hauptsächlich das Schreiben (und Veröffentlichen) von Texten und natürlich das tatsächliche Anwenden im Gespräch. Doch wenn man zu ängstlich ist, sich in solche Situationen zu begeben und Dinge auszuprobieren, kann man sich bedauerlicherweise auch in diesen Bereichen nicht verbessern.

Deshalb ist es wichtig zu realisieren, dass Sprachen im Grunde genommen darauf aufbauen, Fehler zu machen. Und das ist vollkommen okay. Wir können aus ihnen lernen und werden mit der Zeit besser werden 🙂 Versprochen!

 

Sind wir im selben Team?

Ist noch jemand hier, der am und zu mal für ein paar Stunden seinen Kopf abstellen würde? 😅 (Wenn Stunden nicht möglich sind, würden mir auch schon Minuten reichen. Ich bin da ja nicht so.) Oder auch mit Perfektionismus zu kämpfen hat? Hey, wir könnten eine Selbsthilfegruppe gründen! 😄 Und passende Shirts verkaufen 😂

Nein, ganz im Ernst: Passt auf euch auf und erinnert euch daran: Lasst euch vom Perfektionismus (oder irgendetwas anderem) nicht unterkriegen. Liebe Grüße!

Vroni

Der Grund Weshalb / Oder: Mein Sprachlicher Lebenslauf

Hi,

wenn man schon eine Weile lang versucht, eine neue Sprache zu erlenen, gelangen die meisten Menschen irgendwann an den Punkt, an dem sie sich fragen, ob sie überhaupt irgendwelche Fortschritte machen. Sie sind frustriert, denn sie beherrschen die Fremdsprache noch nicht so gut, wie sie es gern würden. Doch man macht Fortschritte. Wirklich! Einem selbst gelingt es leider nicht immer, diese Fortschritte auch als solche wahrzunehmen, doch ich bin mir sicher, dass sie der Familie oder den Freunden und Kollegen schon aufgefallen sind. Veränderungen an anderen Menschen wahrzunehmen ist oft so viel einfacher als sie bei uns selbst zu bemerken. Außenstehende können solche Dinge in der Regel sehr viel objektiver einschätzen als wir es selbst je könnten; sie sind eben nicht ständig vom Thema umgeben.

Wenn wir Geschichten lesen, können wir uns meistens mit den Charakteren am besten identifizieren, die sich in einer ähnlichen Situation befinden wie wir selbst. Und ich denke, es verhält sich ganz ähnlich, wenn es um das Thema geht, sich seines tatsächlichen Lernfortschritts bewusst zu werden. Für den ein oder anderen ist es oft hilfreich, von den Erfahrungen anderer Menschen zu lesen. Und heute möchte ich gern meine mit euch teilen.

Warum schnappt ihr euch nicht eine Tasse, macht es euch schön bequem und lest weiter? 🙂

 

Begeisterung

Als ich klein war (naja, so ungefähr acht Jahre alten), haben mir meine Eltern ein unglaublich süßes Englischlernbuch für Kinder geschenkt. Ich habe es heiß und innig geliebt. Ich konnte mich stundenlang damit beschäftigen. Ich habe dann in meinem Zimmer gesessen, die dazugehörige CD angemacht und dazu die passende Stelle im Buch laut vorgelesen. Mein Lieblingskapitel war übrigens das über Stonehenge. Ich war wirklich beeindruckt und habe es mir immer wieder angeschaut. Und ich beschloss mir Stonehenge eines Tages mal anzusehen. So in echt! (Wen alles gut geht wird das im Februar 2018 endlich was – Yay! :D) Ich denke, das war der Moment in dem ich mich in Großbritannien und die englische Sprache verliebt habe 🙂

In der 3. Klasse habe ich angefangen, Englisch in der Schule zu lernen. Es hat mir unglaublich viel Spaß bereitet, aber ich war so schüchtern, dass ich es immer vermied vor der Klasse zu sprechen. (Rückwirkend betrachtet nicht die cleverste Entscheidung, die ich getroffen habe.)

 

Ein bisschen frustrierend ist das aber schon…

Mein Enthusiasmus verlor etwas an Intensität nachdem ich auf die Mittelschule wechselte. Ich mochte den Englischunterricht immer noch, aber so langsam verwirrten mich die ganzen Grammatikregeln. Außerdem war ich immer noch zu schüchtern um Englisch zu sprechen. Meine Noten waren nicht schlecht, aber ich stellte fest, dass ich plötzlich viel mehr Zeit und Mühe darauf verwenden muss, meine Sprachkenntnisse zu verbessern.

 

Na das wird ja immer besser!

Nach meinem Abschluss bin ich nach Berlin gegangen, um hier meine Ausbildung zu machen. In der Berufsschule hatte ich natürlich auch Englisch. Yay, das war super…. Natürlich habe ich nicht angenommen, dass mein Englisch perfekt wäre. Doch basierend auf den Erfahrungen in der Mittelschule, wo ich zumindest zum guten Durchschnitt gehörte, hätte ich auch nicht erwartet, dass es so schrecklich wäre. Ich habe Englisch immer geliebt, auch wenn ich hier und da so meine Probleme hatte. Aber das Gefühl hat sich leider relativ schnell in komplettes Unverständnis mit einhergehender Frustration verwandelt.

Ich erinnere mich noch sehr gut an die erste Englischstunde. Wir sollten ein paar Sätze über uns selbst schreiben; manche davon sollten der Wahrheit entsprechen, andere nicht. Anschließend sollten wir sie laut vorlesen, damit die Klasse erraten konnte, welche wahr waren und welche eine Lüge. Das sollte wohl ein lustiger und entspannter Weg sein, damit man sich untereinander ein bisschen besser kennenlernen konnte.

Aber das Sprachniveau in der Klasse war genauso breit gefächert wie die Altersspanne. Mit meinen 17 Jahren gehörte ich zu den Jüngsten. Wenn ich mich recht entsinne war der älteste Mitschüler schon 25 Jahre alt. Wir waren 28 Schüler; jeder in einem anderen Alter, mit anderen sprachlichen Kenntnissen und einem anderen schulischen Hintergrund (manche hatten einen Mittelschulabschluss, so wie ich, andere hatten Abitur und wieder andere hatten sogar schon mal ein Studium begonnen.) Es gab also Mitschüler, die fließend Englisch sprechen konnten und wenig Fehler machten. Und dann gab es Schüler, die so wie ich, nicht einmal die Hälfte des Vokabulars verstanden, die unsere Mitschüler und auch die Lehrerin verwendeten, und die einem Film in Englisch nicht einmal mit Untertiteln folgen konnten.

Als ich an der Reihe war, las ich: „I cook good.“ anstatt „I cook very well.“ (Na, was meint ihr: Wahrheit oder Lüge? 😉 )Und ich war mir ziemlich sicher, förmlich spüren zu können, wie aufgrund dieses groben Fehlers Augen verdreht und wie einige ihren Grades des Genervtseins (ist das eigentlich wirklich ein Wort oder meine persönliche Schöpfung?) offenbar als so schwerwiegend empfanden, dass sie ihn mit einem Seufzen zum Ausdruck bringen mussten. Erfahrungen wie diese waren es, die mein Selbstbewusstsein schwer erschütterten. (Und vorher war schon vorher nicht da.) Ich wollte nicht mehr vor der Klasse sprechen. Also tat ich es auch nur dann, wenn mich unsere Lehrerin dazu zwang. Nja, ich denke nicht, dass es notwendig ist, zu erwähnen, dass meine Noten noch nie schlechter gewesen sind.

Auch wenn das nicht die erfolgreichste Zeit in meiner sprachlichen Karriere war, hatte es doch etwas Positives. Es erinnerte mich daran, wie sehr ich Sprachen eigentlich liebte; insbesondere die Englische. Diese Erkenntnis half mir, mich dazu zu motivieren, meinen eigenen Weg zu finden, um mein Englisch zu verbessern.

 

Und wann bin ich fertig?

Nachdem ich 2013 meine Ausbildung erfolgreich beendet hatte, war ich wirklich glücklich, dass ich endlich etwas mehr Zeit dazu hatte, meinen Vorsatz in die Tat umzusetzen. Und ja, ihr habt richtig gelesen: Das vor vier Jahren. (Wirklich?! Wow…. Ist das lang her!) Und immer noch sitze hier und schreibe darüber, dass ich selbst etwas für mein Englisch tun will. Aber es ist wahr. Das Erlernen von Sprachen kann ein wirklich langanhaltendes Projekt sein.

In der Schule habe ich immer gedacht: „Okay, ich lerne jetzt Englisch. Und wann kann ich es dann?!“ Ich denke, das zeigt, dass ich immer davon ausgegangen bin, dass irgendwann der Punkt kommt, an dem man eine Sprache wirklich beherrscht und man sich nicht mehr verbessern kann. Aber das ist eigentlich gar nicht wahr. Ich weiß, ich kann super motivieren, nicht wahr? 😉

Die Sache ist die: Es gibt immer Raum zur Verbesserung. Ich denke dabei gerade besonders an Fremdwörter. Kennt ihr alle Fremdwörter, die es in eurer Muttersprache gibt und könnt sie anwenden? Wohl kaum. Es sind einfach zu viele.  Dennoch sind sie Teil der eigenen Sprache, auch wenn man sie nicht benutzt. Und die Tatsache, dass man sie nicht verwendet, bedeutet doch trotzdem nicht, dass man die Sprache nicht kann, oder? Also selbst ein Muttersprache wird seine eigene Sprache nicht zur Perfektion beherrschen können, dafür ist sie zu komplex.

Ich denke, der Punkt, an dem man das Gefühl hat, eine Sprache zu beherrschen, liegt für jeden anders. Wenn man nur einige Sätze für den nächsten Urlaub lernen möchte, weil man in ein Land reist, in dem die eigene Muttersprache nicht gesprochen wird, könnte es sich schon „fertig“ anfühlen, wenn es einem gelingt ein Zimmer in einem hübschen Hotel zu buchen oder in einem Restaurant ein leckeres Gericht bestellen kann. Ich selbst habe mir mein Ziel sehr hoch gesteckt: Irgendwann möchte ich Englisch so gut verstehen, schreiben und sprechen wie ein Muttersprachler. (Jap, ich habe definitiv ein Perfektionsmusproblem :D) Letzen Endes beherrscht man in beiden Fällen die englische Sprache, oder nicht? Ich denke, dass es letztlich um die Erwartungen geht, die man an sich selbst stellt. (Okay, zugegebenermaßen mag das vermutlich nicht für diejenigen gelten, die aus beruflichen Gründen lernen. Die Erwartungen sind dann vermutlich eher die des Chefs….)

 

Lasst euch Zeit!

Wie schnell es einem gelingt, die eigenen Ziele zu erreichen, ist meiner Meinung nach von einer Reihe von Faktoren abhängig. Wie gut beherrscht man die Sprache bereits? Wie viel Zeit steht einem zum Lernen zur Verfügung? Wie alt ist man? …? …? …? …?

Der Schlüssel zum Erfolg heißt regelmäßiges Üben. Wir Menschen können Informationen einfach nicht verarbeiten, wenn sie sie in kurzer Zeit und in geballter Ladung auf uns einprasseln. Unser Gehirn funktioniert so schlichtweg nicht. Es wird Informationen, die nicht regelmäßig wiederholt werden, einfach löschen. Es ist also deutlich effektiver jeden Tag zehn Minuten zu lernen, anstatt einmal die Woche für drei Stunden. Sucht euch einfach eine Methode bzw. ein Angebot heraus, dass ihr am besten in euren Zeitplan integrieren könnt. Aber bitte, setzt euch damit nicht unter Druck! Das habe ich schon ausprobiert, damit ihr es nicht müsst. Das hat kein Spaß gemacht. Ich kann es also nicht weiterempfehlen. Außerdem demotiviert man sich auf diese Weise nur selbst und das trägt bekanntlich nicht gerade zur Produktivität bei.

 

Trefft eine Entscheidung

Es gibt so viele Möglichkeiten, wie ihr euer Englisch verbessern könnt! Ihr könntet euch einer Gesprächsgruppe anschließen, einen Kurs an der Volkshochschule belegen, mit Büchern lernen, einen Onlinesprachkurs machen oder euch mit einem Tandempartner treffen.

Was für eine Möglichkeit ihr auch wählt, habt keine Angst davor, euch irgendwann für eine andere Art und Weise zu entscheiden. Macht nichts zu Ende weil ihr das Gefühl habt, ihr müsstet das jetzt zu Ende bringen, obwohl es für euch auf diese Weise schon längst nicht mehr funktioniert. Es ist wirklich wichtig etwas zu finden, was zu einem passt, denn dadurch macht es einem mehr Spaß, man hat mehr Erfolgserlebnisse und man hat weniger Probleme, sich selbst zu motivieren.

Meine Strategie ist es derzeit so oft zu sprechen, wie sich mir die Gelegenheit dazu bietet. Außerdem schaue ich TV-Serien und Filme nur noch in Englisch. Um meine Schreibfähigkeiten etwas zu verbessern habe ich zu bloggen angefangen (Wie ihr vermutlich schon geschlussfolgert habt. Das war auf jeden Fall eine super Idee. Es macht so unglaublich viel Spaß :D) Aber ich muss unbedingt wieder damit anfangen, mir am Tag zehn Minuten in Ruhe Zeit zu nehmen, um kontinuierlich zu Lernen (gerade bei Vokabeln ist das wichtig). Ja, ich gebe es zu: Ich war in letzter Zeit dahingehend etwas faul. Ich werde es euch wissen lassen, wie es so läuft 🙂

 

Perfektionismus

Ich möchte gern nochmal auf das Thema Perfektionismus zurückkommen. Ein ganz toller Dozent, den ich mal während ener Fortbildung kennengelernt habe, sagte einmal: Perfectionism is the enemy of communication. (Perfektion ist der Feind der Kommunikation.) Das war für mich irgendwie eine Aussage, die mir nicht unbekannt war, aber die mich trotzdem aus den Socken gehauen hat. Einfach weil mir die unbequeme Wahrheit bewusst wurde: Er hat leider recht.

Wie ich vorhin schon erwähnte, bin ich unglaublich perfektionistisch veranlagt. Und ich habe immer noch dieses „Ich-möchte-nicht-mit-Menschen-sprechen“-Problem. Okay, vielleicht war das nicht ganz richtig ausgedrückt. Ich möchte schon mit anderen Menschen sprechen, aber ich fühle mich in solchen Situationen immer extrem unsicher und total unter Druck gesetzt. Und immer noch denke ich: Aber er hat doch recht! Auch wenn es so unglaublich weit außerhalb meiner Komfortzone liegt, wie soll sich meine Ausdrucksfähigkeit im gesprochenen Englisch verbessern, wenn ich es nie anwende?!

Also auch wenn es wirklich schwierig für mich ist, versuche ich meine Sozialphobie (die ich übrigens auch im Deutschen habe) zu überwinden. Ich zwinge mich einfach dazu mit Leuten zu sprechen, auch wenn ich vor solchen Situationen am liebsten weglaufen würde. Aber in manchen Situationen klappt es inzwischen sogar recht gut: Ich nehme zum Beispiel Sprachnachrichten für eine Freundin von mir auf, die kein Deutsch spricht. Oder wenn ich gerade mal richtig gut drauf bin versuche ich auch mal in einem englischen Café meine Bestellung auf Englisch zu machen.

Und jedes Mal bin ich so unfassbar stolz auf mich. Yay, ich habe es überlebt! Und das motiviert mich. Ich spüre, dass es die Überwindung wert war.

 

Wie denkt ihr über diese ganze Thematik?

Mich würde wirklich interessieren, was für Erfahrungen ihr diesbezüglich schon so gemacht habt. Uhh, und ich bin auch gespannt, ob ihr denkt, dass ich gut kochen kann oder nicht! 😉 Hinterlasst mir hier unten gern ein Kommentar. Ich freue mich von euch zu lesen!

Liebste Grüße